
„Ich wollte nicht nur studieren – ich wollte mitgestalten.“
Zukunft selbst gestalten — Interview mit Tobias Reinheimer, Bauleiter im Tief- und Straßenbau bei Groth & Co.
Tobias, du hast sowohl deinen Bachelor im Rahmen eines dualen Studiums absolviert als auch deinen Master bei uns zum Erfolg gebracht. Wie kam es dazu?
Ich wollte auf jeden Fall etwas dual machen. Dann war ich auf der Berufsmesse an der KGST Tornesch und habe am Stand von Groth & Co. Lars Rettig getroffen. Er hat an meiner Schule das duale Studium vorgestellt – und ich wusste sofort: Das ist mein Weg. Theorie und Praxis zu verbinden, direkt auf regionalen Baustellen mitarbeiten zu können, das hat mich gereizt. Und so bin ich sehr schnell und unkompliziert zu einem Vorstellungsgespräch bei Groth & Co. gekommen. Da habe ich Dr. Ehrhardt und Herrn Busch kennengelernt und wurde vollends für den Bau begeistert. Das Gespräch habe ich als sehr angenehm in Erinnerung. Zuerst war ich zwar beim Studienort überrascht, weil die Hochschule für das duale Studium in Lübeck ist, obwohl ja Hamburg vor der Tür liegt. Später, als das Studium dann begann, habe ich aber dort gewohnt und eine gute Zeit gehabt.
Wie funktioniert das duale Studium im StudiLe-Programm?
Also im ersten Jahr ist man komplett in der Ausbildung, in meinem Fall zum Straßenbauer, und ab dem zweiten Ausbildungsjahr verzahnt sich die Ausbildung dann mit dem Studium an der TH Lübeck. Beim erfahrenen Polier Bernd Krause habe ich die ersten zwei Baustellen mitgemacht und hatte eine gute Zeit in einem auch wettermäßig guten Sommer. Nach 13 Jahren Schule und Abitur war es natürlich ein krasser Wechsel auf die Baustelle. Ich war den ganzen Tag draußen, und mit Maschinen und Schaufel unterwegs und weg von der Elektronik. Das war eine lohnenswerte Erfahrung.
Wie ging es ins Studium?
Im September des Folgejahres, also 2019, ging es dann ins Studium nach Lübeck. Das gute war, dass ich tolle Leute mit im Jahrgang hatte. So haben wir zu viert eine WG in Lübeck gegründet und ich habe – mit dem anschließenden Master – insgesamt fünf Jahre in Lübeck studiert und gelebt. In den Semesterferien war ich auf der Baustelle und habe auch diese Zeiten sehr geschätzt. Die Arbeit dort hat einen erfrischend anderen Fokus, als den studentischen Blick auf den Laptop, ins Buch und auf das Handy.
Bekommt man im StudiLe-Programm zwei Abschlüsse?
Ja, im Sommer 2021 hatte ich dann bereits meinen Gesellenbrief als Straßenbauer in der Tasche. Die Ausbildung hat mir auch für das Studium viel gebracht, insbesondere was die Fachbegriffe angeht. Mit dem Bachelor haben ich dann im Februar 2023 abgeschlossen. Klasse war, dass mir Groth & Co. dann direkt im Anschluss den Master ermöglicht hat. Parallel dazu habe ich schon in der Bauleitung mitgearbeitet. So habe ich schon 80% der Prozesse miterlebt und wertvolle Erfahrungen als angehender Bauleiter sammeln können. In der Masterarbeit habe ich mich mit dem Thema temperaturabgesenkter Asphalt auseinandergesetzt und diese im Januar 2025 mit Erfolg abgeschlossen. Seit Februar 2025 bin ich als Bauleiter im Tief- und Straßenbau tätig.
Wie hast du die ersten Jahre bei uns erlebt?
Sehr positiv. Ich wurde von Anfang an ernst genommen und erinnere auch gut die 8-wöchige Intensiveinarbeitungsphase in der Branchensoftware RIB iTWO bei unserem Kalkulator. In der vorlesungsfreien Zeit durfte ich früh Verantwortung übernehmen – natürlich mit Unterstützung. Besonders beeindruckt hat mich, wie offen die Kollegen waren. Ich konnte Fragen stellen, Ideen einbringen und habe schnell gemerkt, dass hier zählt, was du kannst und wie du dich einbringst.
Was hat dich motiviert, nach dem Bachelor für Bauingenieurwesen auch den Master bei uns zu machen?
Ich wollte tiefer einsteigen – in die Bauleitung und Projektsteuerung. Der Master hat mir genau das ermöglicht. Und weil ich das Unternehmen schon kannte, wusste ich, bei Groth & Co. bekomme ich die Unterstützung, die ich brauche. Es war eine Entscheidung für mehr Wissen und für mehr Verantwortung. Ich wollte nicht nur studieren – ich wollte mitgestalten.
Heute bist du Bauleiter im Tief- und Straßenbau. Was bedeutet dir diese Funktion?
Sehr viel. Ich bin jetzt an der Schnittstelle zwischen Planung und Umsetzung. Ich koordiniere Teams, spreche mit Auftraggebern, löse Probleme direkt vor Ort. Es ist herausfordernd, aber auch unglaublich erfüllend. Ich sehe jeden Tag, was wir gemeinsam schaffen – das motiviert mich.
Was würdest du Schülern raten, die über ein duales Studium nachdenken?
Traut euch! Es ist intensiv, keine Frage. Aber ihr bekommt so viel zurück. Praxisnähe, echte Erfahrungen, ein starkes Netzwerk – und die Chance, euch früh zu beweisen. Für mich war es der perfekte Einstieg ins Berufsleben.
Was bleibt dir besonders in Erinnerung aus deiner Zeit als dualer Student?
Die ersten eigenen Projekte, bei denen ich mitentscheiden durfte. Und das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde. Ich habe nie das Gefühl gehabt, „nur“ dualer Student zu sein – ich war Teil des Teams. Die ersten Tage in der Arbeitswelt bleiben einem ja immer in Erinnerung. Da habe ich noch eine kleine Anekdote. Ich hatte schon Tickets für das Wacken Open Air Festival hier in der Region und durfte ausnahmsweise schon am Anfang meiner Ausbildung in den Heavy Metal Kurzurlaub. Das fand ich sehr cool [lacht], würde mir das jetzt als Bauleiter aber nicht erlauben [zwinkert].